Hypnotherapie

Hypnose kann eine wunderbare Form der Entspannung sein. Der Zugang zu verdrängten Inhalten wird erleichtert. Das Unterbewusstsein wird erreicht. Der hypnotische Zustand entkrampft physisch und psychisch.

Durch Tiefenentspannung mit vegetativer Umstellung bzw. Harmonisierung wird somatische Heilung unterstützt. Psychisch wird mehr Freiraum gewonnen, mental werden innere Bezugsrahmen erweitert und Handlungsspielräume vergrößert. Insgesamt können wir von einer Stärkung der Persönlichkeit im positiven Sinne ausgehen, womit die Autonomie des Patienten gefördert wird. Traumata können aufgefunden und bearbeitet werden. Hypnose verändert innere Bilder.

Die Grundannahmen lauten:

  • Hypnose ist ein natürliches Phänomen.
  • Hypnose ist ein erlebnishafter Prozeß, bei dem innere Ideen und Bilder ausgetauscht werden.
  • Jede Person ist einzigartig, und diese Einzigartigkeit ist zu schätzen.
  • Jede Person hat Entwicklungsressourcen im geistigen und psychischen Bereich.
  • Die Hypnose stärkt und erweitert diese Ressourcen.
  • Die Hypnotherapie korrigiert nicht Fehler, sondern unterstützt neue Lernerfahrungen auf der Basis vorhandener Fähigkeiten.

Gute Erfolge lassen sich in der Schmerztherapie und in der Behandlung psychosomatischer Krankheiten verzeichnen.

Nach Milton Erickson beschreiben vier Worte, die alle mit dem Buchstaben "E" anfangen, die Hypnose: Excitement-Experiment-Experience-Enjoyment

Hypnose ist:

  • primär entspannend, somit entängstigend (ent"eng"stigend) und tief erholsam
  • ein veränderter Bewußtseinszustand
  • ein aktiver, wacher, geistig aufmerksamer Zustand
  • im therapeutischen Sinn ein schöpferischer Zustand des Lernens und der Neuorientierung
  • keine Therapie, sondern eine Methode, bei der Psychotherapie mit spezifischen Techniken im Trancezustand erfolgt
  • ein Verfahren, das die Suggestibilität erhöht, wobei kritisches Denkvermögen und ethisches Werteurteil unverändert aufrecht erhalten bleiben.

Die Hypnotisierbarkeit ist ein natürliches Phänomen, allerdings situations- und kontextabhängig.

Es kann im Zeitraum des hypnotischen Zustands...

  • der Angstpatient Sicherheit und Ruhe erfahren,
  • der an Depressionen leidende Patient sich schwungvoll und mit neuen Ideen erfüllt fühlen,
  • der Schmerzpatient beschwerdefrei in Phantasie z.B. an einem Bergsee weilen,
  • der Patient, der Verbrennungen erlitt, sich intensiv Kühle und Taubheit "einbilden",
  • der sich in der Krise befindende Patient einen Tag in der Zukunft halluzinieren, an dem das Problem gelöst sein wird, und er ganz deutlich erfährt, wie sich dies als Erleichterung und Befreiung in ihm breitmacht. So ist er schon längst auf dem Weg der Besserung, Heilung, Konfliktlösung und im Begriff, seine "Bezugsrahmen" zu erweitern und sein Lebenskonzept zu bereichern.

Mit der erlebten Sensation von Wohlbefinden, innerer Geborgenheit, Ruhe und Stärke während der Hypnose wird der Same der Veränderung schon gesät. Die Vorstellungskraft während der Hypnose setzt die Veränderung in Gang. Der Patient erinnert sich wieder, wie gut es sich anfühlt, symptomfrei zu sein, oder er lernt neu dazu.

Stundenlange therapeutische Gespräche können niemals die Wirkung von fünf Minuten körperlich und seelisch durchlebter Erfahrung aufwiegen. Deshalb ist Hypnose eine Erlebnistherapie.

Erfolgreiche Hypnose kann die Voraussetzung sein,...

  • sich für unbewußte Prozesse anregen zu lassen,
  • sich spielerisch neue Gefühl- und Handlungsweisen zu eröffnen,
  • Gefühle, wie z.B. Zuversichtlichkeit, Gelassenheit, Ruhe, Schmerzfreiheit, Wohlbefinden, Leichtigkeit, Freude und Heiterkeit zu erleben und neu zu etablieren,
  • neue Handlungs- und Gefühlsweisen auf der inneren Bühne für (zum Beispiel) das Bestehen einer Prüfung, das positive Austragen eines Konfliktes, auszuprobieren,
  • neues Erleben durch ideomotorische Arbeit der Fingerzeichen, vor allem der Betätigung des "neuen Fingers" zu bestätigen und zu verankern,
  • eine gute Resonanz auf gezielte posthypnotische Suggestionen zur Vertiefung des Effektes der Therapie nach der Stunde zu erhalten,
  • letztendlich die intensive und konkrete Imagination des Therapieziels zu erreichen, was eine Menge unbewußter Arbeit in Gang setzt, um den Weg dorthin zu finden.

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