Mediation

Mediation bedeutet Verhandeln statt Streiten. Es ist ein Lösungsverfahren für Konflikte ohne teure Gerichtsstreitigkeiten. Es wird eine sog. "Win-Win-Lösung" angestrebt, d.h. alle Parteien sollen sich am Ende gleichermaßen als Gewinner fühlen. Es gibt dabei keinen Verlierer. Besonders wichtig ist, dass keine der Konfliktparteien in der Hitze der Auseinandersetzungen die Beziehung völlig abbricht. Die Lösungen, die gemeinsam erarbeitet werden, bieten somit allen Parteien Vorteile.

Voraussetzung für eine Mediation ist, dass die Parteien trotz gegensätzlicher Positionen an einer Lösung interessiert sind und der Mediator als neutrale Instanz akzeptiert wird.

Mediation stärkt die Selbstverantwortung und fördert die Dialogbereitschaft. So können tragfähige Lösungen entwickelt werden. Dabei werden die unterschiedlichen Interessenlagen der Beteiligten berücksichtigt.

Mediation bewährt sich besonders in komplexen Situationen, z.B. der Nachfolgeregelung in Familienbetrieben.

Kurz gesagt: Mediation spart Kosten und verschafft den Beteiligten mehr Lebensqualität.

Phasen der Mediation

1. Mediationsbasis festlegen

  • Kontakt zwischen Mediator und Parteien herstellen
  • Verfahren der Mediation darstellen
  • Eignung des Konflikts für Mediation abschätzen
  • Grundregeln/Verhaltensregeln verhandeln
  • Beschlussfassung, dass Mediation durchgeführt wird

2. Konflikt darstellen

  • Parteien dürfen aus ihrer Sicht den Sachverhalt darstellen
  • Übereinstimmung und Dissens feststellen
  • entscheidungserhebliche Tatsachen offen legen
  • zu lösende Streitfragen ordnen
  • Abbau der emotionsgeladenen Stimmung
  • Konfliktmuster identifizieren
  • Blickwinkel Vergangenheit

3. Konfliktfelder bearbeiten

  • unterschiedliche Sichtweisen verstehen
  • gegenseitiges Verständnis für Konfliktpartner fördern
  • Mit Fragen von der Position zum Interesse finden
  • Interesse und Bedürfnisse klären
  • von Beschwerden zu Zielen finden
  • Blickwinkel Zukunft

4. Optionen erarbeiten

  • Lösungsideen sammeln
  • Optionen bewerten
  • Optionen mit Interesse und Bedürfnissen abgleichen
  • Beste Lösung auswählen und verhandeln
  • Realitätstauglichkeit der Lösung prüfen
  • Vergleich der Lösung mit einer potenziellen gerichtlichen Lösung
  • Protokoll, bei dem die verhandelte Lösung beschrieben ist (Memorandum)

5. Vertrag schließen

  • Entwurf durch Berater prüfen lassen
  • Vertrag von Rechtsanwälten gestalten lassen
  • Vertrag abschließen und ggf. beurteilen lassen
  • Vertragsinhalte durch Parteien umsetzen

6. Nachbetreuung

  • von der einmaligen Nachsorge (z.B. Telefonat)
  • bis zur ständigen Projektbetreuung

Amt des Mediators

Der Mediator trägt die Verantwortung für den Ablauf des Verfahrens. Er ist allparteilich, sorgt für die Einhaltung der Regeln in einer dem Vorgang angemessenen Gesprächsatmosphäre. Allparteilichkeit heißt, dass der Mediator beide Seiten gleich behandelt. Die Lösung wird nicht vom Mediator erarbeitet, sondern von den Parteien. Nur diese sind auch für die Lösung verantwortlich!

Der Mediator ist nicht zuständig für Gerechtigkeit. Er schafft die Voraussetzungen dafür, dass Konfliktparteien zu einer Lösung kommen, die in ihren Augen als gerecht (fair) empfunden wird und damit ihrem Gerechtigkeitssystem entspricht Natürlich kann dies nicht im "rechtsfreien" Raum und damit nicht ganz unabhängig vom juristischen System geschehen (Gesetzlichkeitskontrolle). Er achtet darauf, dass vor Abschluss der Vereinbarung die Parteien den Entwurf durch Ihre Berater prüfen lassen.



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